Moorkino

Wann: 18. Januar 2019

Einlass & Bewirtung: 19.00 Uhr

Beginn: 20:00 Uhr

Eintritt: Spende

Unser Film im Januar

Als Kind hat Jeannette Walls nie länger als ein paar Wochen am selben Fleck gewohnt. Die Mutter war Künstlerin, der Vater hat nie einen Job lange behalten können, da Spiel- und Alkoholsucht das verhindert haben. Für Jeannette und ihre Geschwister ein Leben ohne Sicherheit, aber auch ein großes Abenteuer. Mit ihrem Vater verband sie ein festes inneres Band. Stundenlang planten die beiden, irgendwann ein Schloss aus Glas zu bauen, um dort in Ruhe und Frieden zu leben. Jeannette ist erwachsen. Sie ist Journalistin, mit einem Finanzanalysten verheiratet und sehnt sich nach Beständigkeit und Ordnung. Ihre Kindheit und Familie scheint sie hinter sich gelassen zu haben. Doch letzten Endes kann sie nicht verhindern, immer ein Teil von ihr zu sein.
Unser Januarfilm von Destin Daniel Cretton ist die Verfilmung des gleichnamigen autobiografischen Romans von Jeannette Walls. Dass die Geschichte der Frau, die zwischen Liebe zu ihrer Familie und dem Wunsch nach einem anderen Leben hin- und hergerissen ist, so sehr berührt, ist auch dem fantastischen Ensemble zu verdanken. Woody Harrelson  ist die Idealbesetzung für Jeannettes Vater: Auf der einen Seite ein Held, der gebildet, kreativ und großherzig ist. Auf der anderen Seite ein Abhängiger, dem es aufgrund seiner eigenen psychischen Probleme nicht gelingt, die Rolle als Vater und Versorger der Familie überzeugend auszufüllen. Auch Naomi Watts überzeugt als freigeistige Mutter, die ihr eigenes Bedürfnis nach Unabhängigkeit vor die Bedürfnisse ihrer Familie stellt und es nicht schafft, sich gegen ihren Mann zu stellen, wenn dieser einmal wieder einen Job verliert oder mit dem Gesetz in Konflikt gerät.
„Die Leute fragen mich immer, wie ich meinen Eltern verzeihen konnte. Aber das würde mich zum Opfer machen und so sehe ich mich nicht. Meine Eltern waren schwer verletzte und kranke Menschen. Sie konnten nicht auf sich selbst aufpassen – wie sollten sie dann für uns sorgen?“, sagt Walls.